“Keine Luft zum Atmen“ – Lesung mit Asmaa al-Atawna – 03.06.2022

Lesung mit Asmaa al-Atawna – 03.06.2022 – “Keine Luft zum Atmen” – Mein Weg in die Freiheit

 

Wir laden herzlich ein zur Lesung mit Asmaa al Atawna.

Sie wird aus ihrem Buch „Keine Luft zum Atmen“ lesen. Die deutschen Passagen liest Aylin Romey.

Fuad Hamdan moderiert den Abend.

Anmeldung bitte über das Anmeldeformular: hier Formular

Weitere Informationen zur Lesung:

»Ich bin von zu Hause und aus dieser Gesellschaft geflohen, um meinen eigenen Weg in die Freiheit zu finden. Ich habe alle Prüfungen der Demütigung, Drohungen und Anpassungsschwierigkeiten in der neuen ›französischen‹ Kultur, die völlig anders ist als meine ursprüngliche, durchgemacht, um schließlich frei zu sein.« (Asmaa al-Atawna)

Asmaa al-Atawna wurde im Jahr 1978 in einem Flüchtlingscamp in Gaza geboren. Sie ist weltweit eine der wenigen schreibenden Frauen aus einer Beduinenfamilie. Als sie 18 Jahren alt war, floh sie nach Frankreich. Sie studierte Politikwissenschaft und experimentellen Film. Frau al-Atawna arbeitete als Kriegsreporterin in Gaza und als Journalistin und Kolumnistin für die Zeitung al-Quds al-arabi in London, desweiteren beim Undergroundfilm und als Filmkritikerin. Sie bringt sich ein für die Gleichstellung im französischen Kultursektor und lebt in Toulouse.

Quelle: https://about.me/alatawna.asma

 

Datum: 03.06.2022

Ort: Eine Welt Haus – Saal

Einlass: 18:30 Uhr

Beginn: 19:00 Uhr

Aylin Romey liest in Deutsch – Moderation: Fuad Hamdan

Veranstalter: Migration macht Gesellschaft e.V. – Dritte Welt Zentrum e.V. – Migrationdienst der Initiativgruppe e.V.

Anmeldung bitte über das Anmeldeformular: hier Formular

Die Erfindung des muslimischen Anderen – Online-Lesung 28.06.2022

»Die Erfindung des muslimischen Anderen« –  20 Fragen und Antworten, die nichts über Muslimischsein verraten – ” mit Illustrationen von Morteza Rakhtala

Anmeldung für die Veranstaltung bitte über das Anmeldeformular: hier Formular

Antimuslimischer Rassismus durchzieht unsere Gesellschaft. In wiederkehrenden Diskursen über ›die Muslim:innen‹ und ›den Islam‹ werden Fragen behandelt, die das stereotype Bild ›des muslimischen Anderen‹ verfestigen.

Was haben alle ›Muslim:innen‹ gemeinsam? Wie steht es um die »Islamisierung des Abendlandes«? Wieso positionieren sich Muslim:innen nicht stärker gegen Terrorismus?

Hinter diesen Fragen verbirgt sich häufig die Annahme, dass es Eigenschaften gibt, die alle Muslim:innen teilen, und eine Auseinandersetzung mit diesen ›fremden Menschen‹ und ›ihrer Beschaffenheit‹ den Rückgewinn an Handlungssicherheit bedeutet. Der Essayband »Die Erfindung des muslimischen Anderen« greift diese Hoffnungen auf, enttäuscht sie und wendet den Blick zurück auf eine Gesellschaft, die kontinuierlich jene allzu bekannten Bilder über und Perspektiven auf Muslim:innen produziert.

Die Herausgeber:innen und Autor:innen Anna Sabel und Özcan Karadeniz vom Verband binationaler Familien und Partnerschaften lesen aus dem Band vor und besprechen anschließend die Funktionen und Wirkweisen des antimuslimischen Rassismus. Moderiert wird die Veranstaltung von Hannan Salamat.

Anna Sabel ist Medienwissenschaftlerin und politische Bildungsarbeiterin. Sie ist Regisseurin von Spendier mir einen Çay und ich erzähl dir alles (www.spendier-mir-einen-cay.de), Kuratorin von Re:Orient. Die Erfindung des muslimischen Anderen und Leiterin des Projekts »(Un)Sichtbarkeiten in der Migrationsgesellschaft« (Verband binationaler Familien und Partnerschaften Leipzig).

Özcan Karadeniz ist Geschäftsführer des »Verband binationaler Familien und Partnerschaften Leipzig«. Er ist Politikwissenschaftler und langjähriger Trainer und Referent im Bereich rassismuskritischer und politischer Bildungsarbeit im Kontext von Migration, Diversity und Empowerment. Zudem ist er Mitglied im Unabhängigen Expertenkreis Muslimfeindlichkeit des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, Produzent und Redakteur von Spendier mir einen Çay und ich erzähl dir alles (www.spendier-mir-einen-cay.de) und Kurator der Sonderausstellung Re:Orient. Die Erfindung des muslimischen Anderen.

Hannan Salamat hat Nahostwissenschaften und Kultur- und Religionswissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München studiert. 2019 hat sie beim ZIID die Fachleitung Islam übernommen. Sie organisiert Events, Workshops und Tagungen in den Bereichen Islam, Antirassismus, Postkolonialismus, Pluralität und Feminismus und berät in Zürich städtische Institutionen in diesen Feldern. Hannan Salamat ist Mitgründerin und Kuratorin des Münchner Kunstfestivals ausARTen – Perspektivwechsel durch Kunst und Mitglied des CPPD – The Coalition of Pluralistic Public Discourse Netzwerks.

Veranstalter: Verband binationaler Partnerschaften und Familien – München und Leipzig / Migration macht Gesellschaft e.V. / Dritte Welt Zentrum e.V. / Migrationsdienst der Initiativgruppe e.V.

40 Jahre Rechtshilfe München e.V.

40 Jahre Rechtshilfe München e.V.

Am 22. Juli 2022 begeht die Rechtshilfe e.V. ihr vierzigjähriges Bestehen mit einem Festakt im Eine-Welt-Haus. Einerseits ist dieses Datum ein Grund zu feiern – dank des unermüdlichen Engagements zahlreicher ehrenamtlich tätiger Anwält*innen, Beisitzer*innen und Organisator*innen konnten jährlich ca. 1.200 geflüchtete Personen fachkompetent bei Fragen rund um Asyl, Aufenthalt, Familiennachzug etc. unterstützt werden. Andererseits stimmt dieses Jubiläum auch nachdenklich: die rechtliche und Lebenssituation von Geflüchteten in Deutschland ist nach wie vor hochproblematisch, einzelnen Verbesserungen in den letzten Jahrzehnten stehen deutliche Verschlechterungen gegenüber. Die Veranstaltung am 22. Juli 2022 zeichnet die bewegte Geschichte des Vereins nach und wagt einen Blick in die Zukunft.

Ein Grund zu feiern – aber auch ein Grund, um an dieser Stelle in den nächsten Wochen mit einigen Beträgen (s. hier unten, im Facebook und Instagram) wiederholt die dringendsten Probleme aufzuzeigen…

 


Beitrag 1 : Noch viel zu wenig bekannt: Was sind AnkERZentren?

 

Beratung für Geflüchtete in Ukrainisch und Russisch! Консультации для беженцев на украинском и русском языках! Консультації для біженців українською та російською мовами!

Beratung für Geflüchtete in Ukrainisch und Russisch!

Консультації для біженців українською та російською мовами!

Консультации для беженцев на украинском и русском языках!

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

durch die große Anzahl von Anfragen von Geflüchteten aus der Ukraine haben wir uns dazu entschieden, eine Beratungsstelle zu gründen, bei der man sich genau mit solchen Fragestellungen befasst. Sie können ab jetzt Ihre Anfrage an ukraine@migration-macht-gesellschaft.de senden. Die Beratung erfolgt in ukrainischer und russischer Sprachen. Die Beraterin Anastasiia Kovalenko ruft sie oder schreibt Sie nach Eingang der Anfrage an.

Шановні пані та панове!
у зв’язку з великою кількістю запитів від біженців з України ми вирішили створити консультаційний центр для вирішення таких питань. Тепер ви можете надіслати запит на ukraine@migration-macht-gesellschaft.de.
Консультації надаються українською та російською мовами. Консультант Анастасія Коваленко зателефонує чи напише Вам після отримання вашого запиту.

Уважаемые дамы и господа!
в связи с большим количеством запросов от беженцев из Украины мы решили создать консультационный центр для решения именно таких вопросов. Теперь вы можете отправить свой запрос на ukraine@migration-macht-gesellschaft.de. Консультации предоставляются на украинском и русском языках. Консультант Анастасия Коваленко позвонит или напишет Вам после получения вашего запроса.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtshilfe München

Abschiebehaft abschaffen! Demo 2. April 2022 um 12:00 Uhr

Abschiebehaft abschaffen!

Bayernweites antirassistisches Bündnis ruft zu Demonstration in München auf
Samstag, 2. April 2022 | 12 Uhr | Justizministerium Bayern (Prielmayerstr. 7 München)

Bayern baut weiter Knäste – und zwar fleißig. Durch die geplante Vervierfachung der
Abschiebehaftplätze von 2021 bis 2025 profiliert sich Bayern einmal mehr als asylpolitischer
Hardliner, der selbst den zarten Trend zum migrationspolitischen Umdenken
auf Bundesebene unterläuft und seine ganz eigene Vorstellung von “Humanität und
Ordnung” umsetzt: durch die Inhaftierung von Menschen, die keine Aufenthaltstitel
in Deutschland haben. Abschiebehaft ist eine vorbeugende Zwangsmaßnahme, um
die Durchführung einer gewaltsamen Abschiebung sicherzustellen. Einziger Grund
für die Inhaftierung ist der fehlende Aufenthaltsstatus, die Haft dauert oft mehrere
Wochen bis Monate.

Beispiellose Ausweitung der Haftkapazitäten in Bayern

Aktuell wird die Kapazität der Abschiebehaftplätze in Bayern drastisch erhöht: Mit
dem Neubau der Abschiebehaft-Anstalt in Hof entstanden dort im Oktober letzten
Jahres 150 neue Abschiebehaftplätze. Am Münchner Flughafen wurde vor einigen
Wochen eine kombinierte Abschiebehaft- und Transithaftanstalt in Betrieb genommen,
deren Eröffnung vom bayerischen Landesamt für Asyl und Rückführungen als
“Meilenstein” gefeiert wurde.

Gleichzeitig wird in Passau bereits der nächste Abschiebeknast geplant. Bis 2025
sollen dort 200 neue Haftplätze entstehen. Das bedeutet, dass sich die Haftplätze im
Vergleich zum letzten Jahr verdoppelt haben, 2025 werden es vier Mal so viele sein.

Es ist davon auszugehen, dass die Ausländerbehörden von diesen neuen Möglichkeiten
Gebrauch machen und, auch auf Druck der Landesregierung, häufiger Abschiebehaft
beantragen werden. Immer mehr Geflüchtete werden in Haft kommen.

Justiz und Gesetzgeber legitimieren Freiheitsentziehung

Die zuständigen Gerichte haben sich bisher meist als Erfüllungsgehilfen dieser Politik
gegeben, anstatt kritisch die Voraussetzungen für eine Inhaftierung zu prüfen. Diese
wurden ohnehin durch die von Horst Seehofer forcierten Gesetze zur “besseren
Durchsetzung der Ausreisepflicht” und das “Geordnete Rückkehr-Gesetz” enorm ausgeweitet.
Bei den Betroffenen werden nach absurd weit gefassten Maßstäben Haftgründe
angenommen, zum Beispiel Fluchtgefahr. Für einen Gewahrsam reicht es
etwa schon aus, wenn eine Person seit mehr als 30 Tagen ausreisepflichtig ist.

Trotz dieser repressiven Gesetzeslage ordnen viele Gerichte noch rechtswidrige Haft
an, wie die Erfahrungen von Rechtsanwält*innen in diesem Bereich zeigen.

Abschiebehaft als Form der grundrechtswidrigen Migrationskontrolle

Freiheitsgrundrechte werden hier komplett migrationspolitischen Erwägungen untergeordnet.

So soll die Durchführung von Abschiebungen teilweise langjährig hier lebender Personen
sichergestellt und deren Untertauchen verhindert werden. Abschiebehaft
dient aber auch dazu, Menschen bereits bei der Einreise nach Deutschland in Haft zu
nehmen und wieder abzuschieben zu können. Abschiebehaft ist somit sowohl Teil
eines brutalen Regimes der Ausweisung abgelehnter Asylsuchender in Ihre Herkunftsländer,
als auch integraler Bestandteil der deutschen Abschottungspolitik innerhalb
Europas durch das sogenannte Dublin-System – auf Kosten der Schutzsu
chenden, die in vielen anderen europäischen Staaten weder ein menschenwürdiges
Dasein, noch Zugang zu fundamentalen Rechten bekommen.

Für ein Ende der Abschiebehaft

Daher wollen wir als bayernweites Bündnis unseren Protest auf die Straße und zu den
politisch Verantwortlichen tragen. Wir starten mit einer Kundgebung vor dem Bayerischen
Justizministerium unter dessen Aufsicht die Abschiebehaft steht. Danach wird
die Demonstration zum Innenministerium am Odeonsplatz ziehen. Innenminister
Herrmann, zu dessen Haus das Landesamt für Rückführungen und Asyl gehört, steht
bereits seit vielen Jahren für ein brutale Abschiebepolitik und forciert maßgeblich die
Ausweitung der Abschiebehaft.

Kommt mit uns zur Demonstration am Samstag, den 2. April 2022
um 12 Uhr, Start Justizministerium Bayern (Prielmayerstr. 7 München)!

Abschiebehaft abschaffen!

Unterzeichner*innen:
Karawane München
Beratungsgruppe in Abschiebehaft am Münchner Flughafen
Bayerischer Flüchtlingsrat
Hilfe für Menschen in Abschiebehaft Hof
antifa nt
Seebrücke München
Rechtshilfe München
AG Migrationsrecht Süd des Republikanischen Anwältinnen- und Anwältevereins (RAV)
Münchner Flüchtlingsrat
Migration macht Gesellschaft
Antisexistische Aktion München
Le monde ou rien
Thomas Lechner
Alarmphone München
Solidarity City München

Projektkoordinator:in gesucht

Migration macht Gesellschaft e.V. hat ab 01.06.2022 eine Stelle als Projektkoordinator:in

(m/w/d) in Teilzeit (30 Wochenstunden) zu besetzen.

 

Über uns:

MIGRATION MACHT GESELLSCHAFT ist ein gemeinnütziger Verein, den es seit 1988 gibt. Als Verein, der als gestaltender Teil der durch MIGRATION geprägten GESELLSCHAFT etwas MACHT, setzen wir uns deshalb für eine inklusive(re) Stadtgesellschaft ein, in der es allen Münchner:innen möglich ist, am gesellschaftlichen Leben gleichberechtigt teilzuhaben.

Bedingt durch ein weites Verständnis von Inklusion, das unserer Arbeit zugrunde liegt, zielen unsere Angebote somit fortwährend auf die Verringerung verschiedener Diskriminierungsformen sowie deren Ineinanderwirken ab, richten sich jedoch insbesondere an Münchner:innen, die auf unterschiedlichen Ebenen Rassismus erfahren.

Zum Projekt:

Unser neues Projekt heißt Migration.macht.digitale.Medien. Teilnehmer:innen sollen ungeachtet ihrer vielfältigen Hintergründe und Facetten zusammenkommen und gesellschaftliche, insbesondere migrationsspezifische Themen gemeinsam gleichberechtigt erarbeiten. Die Ansichten sollen ausgetauscht, Meinungen gemeinsam gebildet werden und der breiten Öffentlichkeit mittels digitaler Medien zugänglich gemacht werden, um Diskriminierungen im Netz entgegen zu wirken.

Die Teilnehmenden tragen ihre Erfahrungen in das Projekt ein und das ihr im Projekt erworbenes Wissen in die Gesellschaft weiter.

Im Rahmen des Projekts sollen Podcats entstehen, Social Media bespielt werden, verschiedene Maßnahmen, Workshops oder Veranstaltungen organisiert werden. Die Wissensvermittlung über gesellschaftliche Zusammenhänge und Diskriminierungsstrukturen soll an alle Beteiligten durch Workshops und Fortbildungen vermittelt werden.

Deine Aufgaben:

  • Umsetzung und Weiterentwicklung von Maßnahmen im Projekt
  • Organisation, Entwicklung und Durchführung von Workshops und Seminaren
  • Organisation und Durchführung von Veranstaltungen
  • Einsatz, Anleitung und Koordination von freiberuflichen Referent:innen
  • Kooperation mit Institutionen, Zuschussgebern und Projektpartnern
  • Teilnehmer:innenakquise und -betreuung
  • Netzwerk- und Gremienarbeit
  • Eigenverantwortliche Arbeit
  • Öffentlichkeitsarbeit (Pflege der Homepage, Rundmail, Social Media Accounts, Pressemitteilungen)
  • Dokumentation und Evaluation
  • Haushaltsplanung, Kassenführung, Erstellen von Verwendungsnachweisen

Dein Profil:

  • abgeschlossenes Studium in Sozialer Arbeit oder vergleichbare Qualifikationen
  • Erfahrung in sozialen und organisatorischen Arbeitsfeldern
  • Kenntnisse in der diskriminierungs- und rassismuskritischen Arbeit
  • hohe Kommunikationskompetenz insbesondere im Umgang mit unterschiedlichen Bezugsgruppen
  • souveräner Umgang mit den gängigen MS-Office Anwendungen
  • Erfahrung mit Standardsoftware, Internet und Social Media
  • Umsetzungsstärke, Proaktivität sowie zielorientierte und strukturierte Arbeitsweise
  • hohe Eigeninitiative und –verantwortung
  • Konzeptionsstärke und Organisationsgeschick
  • Flexibilität und Teamfähigkeit
  • Bereitschaft zu Abend- und Wochenenddiensten
  • Erfahrung in der Ehrenamtskoordination erwünscht
  • Fremdsprachenkenntnisse sind von Vorteil

Was wir dir bieten:

Wir bieten dir einen attraktiven Arbeitsplatz, der zentral in München gelegen und sehr gut mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist. Homeoffice ist zum Teil möglich. Deine Arbeitszeiten kannst du in weiten Teilen flexibel gestalten. Dich erwartet ein neues und spannendes Projekt in einem politisch und gesellschaftlich wichtigem Themenbereich, welches du aufbauen und gestalten wirst.

Eine gute und offene Kommunikation sowie Engagement und Freude bei der Arbeit ist uns wichtig.

In einem fest in München verwurzelten Verein hast du mit einem innovativen Projekt die Chance, dich sowohl fachlich als auch persönlich weiterzuentwickeln. Dich erwartet eine offene und wertschätzende Umgebung.

Bezahlung nach TVöD 9b Bund. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre. Die Fortführung des Projekts wird angestrebt.

Bewerber:innen mit marginalisierten Perspektiven, vor allem von Menschen mit Migrations-biographien, die die genannten Einstellungsvoraussetzungen erfüllen, sind ausdrücklich erwünscht.

Haben wir dein Interesse geweckt?

Dann sende uns deine vollständigen Bewerbungsunterlagen (Anschreiben, tabellarischer Lebenslauf, Zeugnisse etc.) unter dem Stichwort „Projektkoordination Digitale Medien“ per E-Mail bis 22.03.2022 an l.askar@migration-macht-gesellschaft.de. Bei Rückfragen kannst du dich gerne an Levent Askar wenden.

Unwort des Jahres von Bernhard Inderst

Unwort des Jahres

Bernhard Inderst 16.01.2022

 

Nun ist es raus. Das offizielle Unwort des Jahres 2021 ist das Wort „Pushback“. Pushback als Bezeichnung für die „Praxis von Europas Grenztruppen, Flüchtende an der Grenze zurückzuweisen und am Grenzübertritt zu hindern“, so der offizielle Wortlaut der Jury in der Pressemitteilung.*

Was ist ein Unwort?  Das sind „Wörter und Formulierungen in allen Feldern der öffentlichen Kommunikation, die gegen sachliche Angemessenheit oder Humanität verstoßen“, wie in den Kriterien dazu erläutert wird.

Warum „Pushback“ ein Wort ist, das sachlich unangemessen ist oder gegen die Humanität verstößt und nicht nur ein sachliches Beschreibungswort für ein schlicht illegales Verhalten der Grenzpolizeien ist, kann man in der Erläuterung dazu nachlesen:

„Die Jury kritisiert die Verwendung des Ausdrucks, weil mit ihm ein menschenfeindlicher Prozess beschönigt wird, der den Menschen auf der Flucht die Möglichkeit nimmt, das Menschen- und Grundrecht auf Asyl wahrzunehmen. Den Flüchtenden wird somit ein faires Asylverfahren vorenthalten. Der Einsatz des Fremdwortes trägt zur Verschleierung des Verstoßes gegen die Menschenrechte und das Grundrecht auf Asyl bei. Mit dem Gebrauch des Ausdrucks werden zudem die Gewalt und Folgen wie Tod, die mit dem Akt des Zurückdrängens von Migrant:innen verbunden sein können, verschwiegen. Die Jury kritisiert die in den Medien unreflektierte Nutzung dieses Wortes auch bei Kritiker:innen der Maßnahmen.”* Die Kursivstellung erfolgte von mir.

Unreflektierte Nutzung

Ich finde die Begründung bemerkenswert. Sie gibt uns zu denken auf. Denn wir, die Kritiker*innen, die wir sicher nicht dem Verdacht anhängen, hier etwas beschönigen zu wollen, werden mit dem Vorwurf konfrontiert, dass auch wir das Wort unreflektiert verwenden und damit letztendlich zur Beschönigung und sogar Verschleierung eines menschenfeindlichen Prozesses beitragen würden.

Ich will das nicht zurückweisen. Ich will vielmehr zu bedenken geben, dass wir vielleicht dem Glauben nachhingen, das Wort Pushback an sich beschreibt den Konsens eines Verständnisses für die menschenverachtende Praxis. Richtig aber ist, dass das Wort nichts anderes als „zurückschieben, zurückdrängen“ beinhaltet, so als sei alles ein Spiel, ein „game“, wie manche Geflüchtete diese Praxis oft genug mit einem tödlichen Galgenhumor selber bezeichnen.

Pushpacks und “Games”

Ein „game“ ist es aber nicht. Trotz Zugangsverbot und Ausnahmezustand konnten uns die Bilder von Polen/Belarus das eindeutig zeigen. Oft lagen die Menschen in ihrem eigenen Blut durch Wunden, die sie sich an den Stacheldrähten zugezogen hatten. Wie viele Tote hat dieser Stacheldraht gekostet, obwohl auch hier nach den Prinzipen der Europäischen Menschenrechtscharta und der Genfer Flüchtlingskonvention in Artikel 33 das Gebot der Nicht-Zurückweisung, das „Refoulment“ Prinzip gilt? Kinder, Frauen, junge, alte Männer, ganze Familien wurden wie Vieh behandelt, das man am Eintritt in ein anderes Land hindern wollte.

Auch in Bosnien/Herzegowina und Kroatien konnten wir selber diese „games“ sehen. Es sind aber keine „games“. Geflüchtete ertranken im Fluss beim Zurücktreiben aus den kroatischen Wäldern, traten auf Minen, die seit dem Bosnien Krieg dort immer noch liegen. Wenn sie es aber geschafft haben, wieder an ihren Ausgangspunkt zurückzukommen, dann hatten sie meistens keine Schuhe mehr an, ihre Füße waren kaputtgestochen von den Waldwegen. Ihre Kleidung haben sie bis auf die Unterwäsche ausziehen müssen – im ankommenden Winter ein Akt der Grenzpolizei, der die Todesfolge bewusst mit einbezieht, und das ist kriminell!

Bedrückend auch die Bilder auf den Meeren, sei es im Mittelmeer von Nordafrika, Atlantik zu den Kanarischen Inseln oder wie kürzlich im Ärmelkanal zwischen Frankreich und Großbritannien. Pushback heißt für viele der sichere Tod. Oder die, die dann zurückgekommen sind, z.B. nach Libyen, kommen in den Genuss eines mörderischen Abkommens zwischen der EU und den Kriegsparteien dort und werden in Lagern eingepfercht, wo sie monatelang unter unmenschlichen Bedingungen dahinvegetieren müssen. Das ist die Schande Europas.

Neureflektion dringend notwendig

Es ist richtig, uns in die Pflicht zu nehmen und das Wort Pushback neu zu reflektieren. Pushback verschleiert nach der Erläuterung den Verstoß gegen die Menschenrechte und das Grundrecht auf Asyl. Und es verschleiert, dass viele Geflüchtete dabei ums Leben kommen. Das Wort Pushback impliziert das alles nicht. Es klingt wie ein „Zurückweisen“ heute, ok, dann komm ich eben morgen noch einmal und werde wieder zurückgewiesen. Ein game halt. Die Realität der europäischen Grenzsystematik aber ist Rechtsbeugung, Inkaufnehmen des Todes der Zurückgewiesenen, Unterstützung menschenverachtender Regimes in Drittstaaten – sei es auf dem Weg der Zurückweisung oder dann in den Lagern der Drittstaaten.

Die Sprache bestimmt die Wahrnehmung. Ein Wort kann verharmlosen oder dramatisieren. Auf jeden Fall bestimmt es den Diskurs und damit die Meinungen.

Ich möchte an dieser Stelle alle bitten, uns Eure Gedanken dazu zu schicken (e-mail: ak49@mailbox.org). Wir haben die Pflicht, die Vorgänge als das zu benennen, was sie sind. Wir haben die Pflicht, die Vorgänge dann entsprechend zu bekämpfen, damit sie beendet werden.

 

*https://www.unwortdesjahres.net/presse/aktuelle-pressemitteilung/

 

AK “Frontex” trifft sich regelmäßig

Unter dem Begriff „Migration Flow Management“ wird die europäische Grenz- und Küstenagentur Frontex zu einer europäischen paramilitärischen (Grenz-) Polizei hochgerüstet, die immer wieder nichts anderes praktiziert und unterstützt als gewaltsame, illegale Pushbacks.
Beispiele gibt es genügend, z.B. an der bosnisch/kroatischen Grenze, aber nicht nur dort. Wie wir wissen, werden die Pushbacks auch in Litauen mit Unterstützung von Frontex angewendet und stehen der Brutalität und Menschenverachtung der Aktivitäten an der polnisch/belarusischen Grenze in nichts nach.
Der Arbeitskreis “Frontex” von Migration macht Gesellschaft e.V. wurde mit dem Ziel gegründet, Frontex zivilgesellschaftlich kritisch zu begleiten. Besonderes Augenmerk legen wir auf den Diskurs um die Rechtmäßigkeit des Aufbaus und der Aktivitäten dieser europäischen Institution.
Wir treffen uns jeden zweiten Dienstag im Monat und laden Euch herzlich ein, mitzuarbeiten.
Die nächsten Termine sind:
📅 14.12.21
📅 11.01.22
📅 15.02.22
🕐 jeweils 18 Uhr
🏢 im EineWeltHaus
Anmeldung:
Bernhard Inderst | 017662668869 | ak-frontex@migration-macht-gesellschaft.de
© Foto: Joni Rajala via unsplash.com

BaShBozouki´s bei „Hate Hurts“ – Europa schaut weg-Schaust du hin?

Im Rahmen von der Ausstellung „Hate Hurts“ – Europa schaut weg-Schaust du hin? des Münchner Flüchtlingsrat e.V. in Kooperation mit  mit Mikado UmdieWelt von der IG InitiativGruppe – Interkulturelle Begegnung und Bildung e.V. organisiert Migration macht Gesellschaft e.V. den Abend des 10.12.2021 mit.

„Hate Hurts“-Europa schaut weg-Schaust du hin? ist eine Fotoausstellung vom 7. bis 17. Dezember 2021 im Köşk München mit Abbildungen aus dem Fotoprojekt von Cinzia D’Ambrosi.

Live-Link: https://www.youtube.com/channel/UCC0O1UGYHmYdZDAtXrSbHFw

Für weitere Infos zur Fotoausstellung verweisen wir auf die Pressemitteilung des Münchner Flüchtlingsrat e.V.:hier

Am Freitag, den 10.12. 2021 wir ab 19 Uhr die Gruppe BaShBozouki´s das dokumentarische Fotoausstellung abrunden. Mit ihrer Musik werden die Musiker:innen einen dem schweren Thema der Ausstellung passenden Rahmen schaffen. Die Veranstaltung ist auch auf dem Livestream des Münchner Flüchtlingsrat e.V. zu sehen.

 

2G plus, Einlass  mit tagesaktuellem offiziellem Test

(24h Test reicht nicht aus)

Daughters and Sons of Gastarbeiters – Familiengeschichten

Daughters and Sons of Gastarbeiters – Familiengeschichten

Donnerstag, 21. Oktober um 20:00

Beginn: 20 Uhr
Einlass: 19.30 Uhr

Anlässlich des 60–jährigen Jubiläums des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens wird das Literaturkollektiv “Daughters and Sons of Gastarbeiters” Familiengeschichten am 21.10.2021 im Bellevue di Monaco autobiografisch, künstlerisch-performativ darstellen. Die Erzählungen werden von Bildprojektionen, Film und Musik begleitet.

A reading with texts by authors that are part of the collective “Daughters and Sons of Gastarbeiters”, family stories will be told and illustrated with pictures, film and music.

Seit den 1960er Jahren leisteten Gastarbeiter*innen einen erheblichen Beitrag für den wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland, die in der deutschen Erinnerungskultur nicht ausreichend wertgeschätzt wird. Die erzählten Geschichten sollen einen Diskurs über das Selbstverständnis und die Relevanz der Einwanderer*innen in der deutschen Gesellschaft eröffnen und gleichzeitig einen Beitrag zur Erinnerungskultur in Deutschland leisten.

Eintritt: Pay as much as you can! 6 € (empfohlen), 4 € (ermäßigt), 0 € (sozial)

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Münchner Stadtmuseum und Bellevue di Monaco statt.

Anmeldung über das jeweilige Formular oder per Mail: anmeldung@bellevuedimonaco.de

Die Veranstaltungen im Bellvue di Monaco finden selbstverständlich unter sorgfältiger Einhaltung der Hygienevorschriften statt. Die Hygienekonzept finden Sie hier.

Die Autor*innen:

Dr. Çiçek Bacik: 1972 in Almus /Tokat geboren, ist Co-Initiatorin und Leiterin der Daughters and Sons of Gastarbeiters und arbeitet in Berlin als Grundschullehrerin. Sie studierte Neuere Deutsche Literatur und Französische Philologie an der Freien Universität Berlin und an der Sorbonne. 2012 promovierte sie an der Philipps Universität Marburg in Politik über türkische Fernsehsender in Deutschland. Sie ist Co-Herausgeberin und Autorin von „Intercity Istanbul Berlin“ (2010). Ihre Promotionsarbeit „Türkisches Fernsehen in Deutschland – Narrenfreiheit und mangelnde Medienaufsicht“ erschien 2014.

Snežana Petrović ist Gastarbeiterkind, in Bayern geboren und in einem multikulturellen Umfeld zwischen “Heidi deine Welt sind die Berge” und Balkan-Akkordeon aufgewachsen. Sie ist Übersetzerin für Englisch/Deutsch/Serbokroatisch und Mutter. Durch einen kleinen Blog versucht sie die Heimat ihrer Eltern zu ergründen und ihre Wurzeln zu behalten bzw. zu entdecken.

Abdulvahap Çilhüseyin, ist Enkelkind einer Gastarbeiterin und lebt in Stuttgart. Von einer Lesung der Daughters and sons of Gastarbeiters in Stuttgart inspiriert begann er die faszinierenden Geschichte seiner Großmutter zu schreiben, 2018 erschienen ist: „Ein türkische Geschichte“: Sie war damals eine von den Ersten. Eine von den ersten Gastarbeiterinnen, die in den 60ern Ihre Heimat verlässt. Aus der Stadt Sivas in der Zentraltürkei macht Sie sich alleine auf dem Weg ins fremde Deutschland. Der Leser wird nicht nur mit Ihrem sehr persönlichen und facettenreichen Leben konfrontiert, sondern wird auch mitgenommen auf eine Kulturreise durch die Zeit. Eine faszinierende und emotionale Biografie einer starken Persönlichkeit aus Anatolien.

Koray Yılmaz-Günay ist seit den frühen 1990er Jahren Aktivist, Publizist und politischer Bildner (Schwerpunkt: verschiedene Formen der Diskriminierung und ihre Überschneidungen sowie Antidiskriminierungspolitik). Er ist Vorstandsmitglied des Migrationsrats Berlin-Brandenburg, einer Dachorganisation von etwa 80 Migrant_innen-Selbstorganisationen. 2011 hat er den Sammelband «Karriere eines konstruierten Gegensatzes: zehn Jahre ‹Muslime versus Schwule›. Sexualpolitiken seit dem 11. September 2001» herausgegeben (zweite Auflage 2013). 2014 hat er mit Freya-Maria Klinger das Handbuch «Realität Einwanderung. Kommunale Möglichkeiten der Teilhabe, gegen Diskriminierung» veröffentlicht. Er ist in der laufen Legislaturperiode stellvertretendes Mitglied im Beirat der Bundesantidiskriminierungsstelle und gründete 2015 seinen Verlag Yılmaz-Günay.

Das Literaturkollektiv: 

Sie folgten ihren Eltern aus den Dörfern Anatoliens, Südeuropas, des Balkans nach Deutschland oder kamen in einem Arbeiterviertel der Bundesrepublik zur Welt. Ihre Väter und Mütter sollten in Deutschland als „Gastarbeiter“ den Wirtschaftsaufschwung beflügeln. Ihr Kapitel ist ein wichtiger Teil der deutschen Nachkriegsgeschichte. Höchste Zeit, ihren Erinnerungen ein Forum zu bieten!

Die Autor* unterschiedlicher Herkunft bieten in künstlerisch-performativer Form autobiografische Geschichten aus ihrer Familiengeschichte dar. Dabei werden die Erzählungen von Bildprojektionen aus dem Familienalbum, Bühnenbild, Film und Musik begleitet und eröffnen einen Diskurs über das Selbstverständnis und die Relevanz der Einwanderer in der deutschen Gesellschaft.

In einer Zeit, in der in öffentlichen Debatten ethnische und religiöse Hintergründe eine immer größere Rolle spielen, erscheint es umso wichtiger, den Blick auf die konkrete Lebenswirklichkeit von Menschen mit Migrationserfahrung zu richten, um gängige Überfremdungsrhetoriken ins Leere laufen zu lassen.

Die erzählten Geschichten sollen einerseits einen Beitrag zur Erinnerungskultur in Deutschland leisten und damit das Selbstverständnis der Einwanderer in der deutschen Gesellschaft festigen. Andererseits sollen sie andere animieren, sich dem Projekt mit ihren eigenen Erfahrungen anzuschließen. Es ist an der Zeit, diese Biographien als Selbstverständlichkeit und Normalität in die deutsche Erinnerungskultur einzubeziehen und nicht als mehr oder weniger exotische Multikulti-Besonderheit zu stigmatisieren.

Gegründet wurde die offene Literaturplattform von Çiçek Bacik (auch Sprecherin der Gruppe) und Ferda Ataman im Januar 2015 in Berlin. Seit 2015 führt das Autor*innenkollektiv zahlreiche Lesungen in unterschiedlichen Städten Deutschlands durch.

Foto: Çiçek Bacik